Riechen Wundstörung käse übel wunden heilen wunde stinkt prowund nässt Heilung haut

Meine Wunde stinkt – 7 Risikofaktoren vermeiden

Was kann ich tun, wenn meine Wunde stinkt? Welche Risikofaktoren gibt es? Wie kann ich selbst neben der medizinischen Therapie die Wundheilung optimal unterstützen?
Schlecht heilende Wunden, die über Monate oder Jahre bestehen, sind für die Betroffenen seelisch und körperlich belastend. Damit einhergehende Schmerzen mindern die Lebensqualität, und eine stinkende Wunde führt dazu, dass sich die Patienten zurückziehen und immer weniger soziale Kontakte pflegen. Das muss nicht sein.

Warum stinkt meine Wunde oder riecht sogar nach Käse?

Wundheilung ist eine Meisterleistung unseres Organismus, die normalerweise gut funktioniert. Es kann aber auch Pannen geben.
Ist eine Wunde nicht innerhalb von spätestens sechs bis acht Wochen verheilt, spricht man von einer Wundheilungsstörung: Die Wunde nässt stark (Ansammlung von Wundsekret) und schmerzt, Wundränder zeigen sich fransig, verdickt oder aufgeweicht, es entstehen Wundrisse und Infektionen. Die infizierte Wunde ist überwärmt, gerötet und übelriechend, sie entwickelt einen starken Wundgeruch und erinnert an stark riechenden Käse. Oft nehmen Betroffene ihre Wunde erst dann richtig ernst, wenn die Wunde stinkt.


2 – 3 % der Bevölkerung im deutschsprachigen Raum leiden an schlecht heilenden Wunden. Doch nur die wenigsten erhalten die richtige Behandlung. Die Betroffenen suchen meist den Hausarzt oder Hautarzt auf, die aber oft aus Zeitgründen mit der intensiven Betreuung solcher Patienten überfordert sind. Es folgt eine Vielzahl von verschiedenen Therapien und Verbandsverordnungen, oft ohne erhoffte Besserung.
Damit eine Heilung einer bereits stinkenden Wunde konsequent angestrebt werden kann und die Betroffenen regelmäßig die notwendige fachmännische Unterstützung erhalten können, gibt es professionelle Wund-Experten, die sich ausschließlich mit moderner Wundtherapie beschäftigen.

Meine Wunde stinkt – Wann spricht man eigentlich von einer Wunde?

Von einer Wunde spricht man, wenn zusammenhängendes Gewebe an äußeren oder inneren Körperflächen durchtrennt wurde.
„Die Wunde braucht nur Luft zum Heilen“ oder „Die Zeit heilt alle Wunden“ – darauf soll man sich nicht verlassen. Nicht alle Wunden verheilen schnell und ohne Komplikationen.
Man kann und soll neben der spezifischen ärztlichen Behandlung selbst aktiv zur Heilung beitragen.

Was passiert im Körper nach einer Verletzung, die eine Wunde nach sich zieht?

Die Blutgerinnung wird sofort aktiviert. Sobald das Blut mit Luft in Kontakt tritt, entsteht ein feines Netz aus durchsichtigen Fibrinfäden, die wie ein Pflaster wirken – als Barriere gegen Schmutz und Erreger. Unser Körper kann auch Wundränder, die nicht direkt aneinander liegen, wieder verbinden. Handelt es sich um einen größeren Wundspalt, wird dieser mit Ersatzgewebe gefüllt.

Risikofaktoren: Wodurch kann meine Wunde stinken?

Viele Wundpatienten leiden an anderen Erkrankungen, ohne einen offensichtlichen Zusammenhang mit der Wunde herstellen zu können. „Als Beispiel sind hier die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus, die Atherosklerose sowie Venenerkrankungen zu nennen. Auch Autoimmunerkrankungen oder Krebs können zu einer verzögerten Heilung führen“, weiß die Wiener Wundspezialistin OA Dr. Elisabeth Lahnsteiner. Vor allem ältere Menschen sind oft mit einem Venenleiden konfrontiert, wodurch es zu einem Druckanstieg im Gefäßsystem kommt. Daraus kann ein Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris) entstehen, das ohne individuelle Therapie kaum abheilt. Weiters zählen der Dekubitus (Druckgeschwür durch Wundliegen) und der diabetische Fuß zu den häufigsten chronischen Wunden.

Eine Mangelernährung, eine Unterernährung und krankhaftes Übergewicht (Adipositas) wirken sich auch nachteilig auf die Wundheilung aus.

Entsprechende Lebensumstände kommen als Risikofaktor noch hinzu. Eine Studie zeigte beispielsweise, dass 50 Prozent der Raucher im Vergleich zu 21 Prozent der Nichtraucher nach einer Operation an einer Wundheilungsstörung leiden.

Darm-Mikrobiom: Ein weiterer unterschätzter Risikofaktor liegt in einer gestörten Darmflora vor. Als Darmflora bezeichnet man die Gesamtheit aller Bakterien, die in unserem Darm leben und lebenswichtige Funktionen erfüllen, wie zum Beispiel das Immunsystem. 80% des Immunsystems befindet sich im Darm. Die Gastroenterologen bezeichnen diese Bakterien als eigenes Organ, als Mikrobiom. Das Gute ist: Wir sind für das notwendige Gleichgewicht unseres Mikrobioms verantwortlich. Speziell für die Wundheilung wurden in einer Untersuchung bedeutende Bakterienstämme gefunden. Wenn diese vermindert sind oder sogar fehlen, stellt sich eine verzögerte Wundheilung bzw. eine Wundheilungsstörung ein.

Was bedeutet es medizinisch, wenn eine Wunde stinkt?

Septische und aseptische Wundheilungsstörungen.
Bei einer septischen Wundheilungsstörung handelt es sich um eine Wunde mit Keimbefall. Die Keime können Eiter und Fäulnis nach sich ziehen, die Wunde stinkt. Wenn gleichzeitig Fieber auftritt, besteht die Gefahr einer Sepsis (Blutvergiftung).
Eine keimfreie Wundheilungsstörung bezeichnet man als aseptisch.

Medizinische Betreuung stinkender Wunden durch Spezialisten

Die Erstellung und Durchführung eines individuellen Wundtherapiekonzeptes erfordert auf jeden Fall ärztliche Kompetenz und Verantwortlichkeit. Ein strukturierter Behandlungsplan und ein Team aus Spezialisten (vom plastischen Chirurgen über den Dermatologen bis hin zu Gefäßspezialisten, Orthopäden und Wundspezialisten) sind wichtig, um akute, aber vor allem chronische Wunden erfolgreich zu heilen
Am Beginn einer umfassenden Diagnostik steht eine ausführliche Befragung des Patienten, da die Ursachen für die Entstehung chronischer Hautdefekte äußerst vielfältig sind. Nach den notwendigen labortechnischen, histologischen (Gewebeprobe) oder bildgebenden Untersuchungen wird die Therapie gemeinsam mit den diversen Fachärzten festgelegt. Im Idealfall wird der Patient kontinuierlich während seines ganzen Behandlungsverlaufes von einem medizinisch ausgebildeten Wundspezialisten betreut.

Was kann ich selbst zur Heilung meiner stinkenden Wunde beitragen?

Neben der ärztlich geführten Therapie kann der Betroffene selbst – ob bei einer akuten oder chronischen Wunde – den Heilprozess und die Regeneration zusätzlich sehr gut mit begleitenden Maßnahmen in Form eines Nahrungsergänzungsmittels unterstützen – eine bewusste abwechslungsreiche, gesunde Ernährung mit vielen frischen Lebensmitteln wird sowieso vorausgesetzt. Der Organismus braucht für die Heilung zusätzlich Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, da der stark erhöhte Bedarf an bestimmten Nährstoffen mit der täglichen Ernährung nicht erreicht werden kann. Daneben kann man die Darmflora bei dieser intensiven Aufgabe stärken und mit speziellen Darmbakterien unterstützen.

Wundheilungs-Experten meinen daher: “An eine Wunde, die nicht verheilt, muss man sich nicht gewöhnen. Man kann handeln – als Basis ist immer die ärztliche Betreuung zu sehen, zusätzlich kann mit speziell abgestimmten, hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln die Regeneration unterstützt werden.”

Weitere Beiträge

Scroll to Top