Gelenke im Beruf schützen
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Wie berufsbedingte Belastungen entstehen und sich vermeiden lassen
Nicht nur Sport belastet Gelenke, auch der Berufsalltag hinterlässt Spuren. Etwa ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland geht auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurück. Wer die typischen Risikofaktoren kennt, kann frühzeitig gegensteuern.
Welche Tätigkeiten Gelenke im Beruf besonders belasten
Körperlich anstrengende Tätigkeiten wie Ziehen, Schieben, Halten, Tragen oder Heben schwerer Gegenstände beanspruchen Muskulatur und Gelenke gleichermaßen, häufig verschärft durch eine ungünstige Körperhaltung. Aber auch leichte, sich ständig wiederholende Tätigkeiten, etwa an der Kasse, am Fließband oder bei feinmotorischer Arbeit, können auf Dauer belastend wirken.
- Kniende oder hockende Tätigkeiten – belasten die Kniegelenke besonders, etwa bei Boden- oder Fliesenlegearbeiten
- Sich wiederholende Handbewegungen – können die Handgelenke und den Karpaltunnel reizen, etwa bei Fließbandarbeit oder dem Halten vibrierender Maschinen
- Arbeiten über Kopfhöhe – belasten häufig die Schultergelenke, etwa bei Maler- oder Mechanikertätigkeiten
- Heben und Tragen schwerer Lasten – beansprucht neben dem Rücken auch die Kniegelenke
Warnsignale ernst nehmen
Schmerzen und Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheit in den Fingern, besonders nachts oder morgens, können auf eine Überlastung der Handgelenke hindeuten. Schmerzen im Schulterbereich beim Anheben des Arms, oder wiederkehrende Knieschmerzen nach kniender Tätigkeit, sind ebenfalls Signale, die nicht ignoriert werden sollten. Gelenke im Beruf schützen.
Wie sich Gelenke im Berufsalltag schützen lassen
Die wirksamste Vorbeugung ist, Überlastung von vornherein zu vermeiden:
- Körperhaltung wechseln – bei andauernden Tätigkeiten regelmäßig die Position ändern und Pausen einlegen
- Hilfsmittel nutzen – zum Beispiel Teleskopschäfte, die kniende Arbeit im Stehen ermöglichen, oder Knieschützer bei unvermeidbarer kniender Tätigkeit
- Richtig heben – Lasten nah am Körper tragen, aus den Beinen heben statt aus dem Rücken, schwere Lasten aufteilen oder zu zweit bewegen
- Bewegungswechsel einplanen – einseitige Bewegungsabläufe durch Abwechslung in der Tätigkeit oder gezielte Ausgleichsübungen unterbrechen
Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Gelenkbeschwerden sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
FAQ – kurz & klar
Welche Berufe gefährden die Gelenke besonders?
Anerkannte Berufskrankheiten durch Gelenkbelastung betreffen unter anderem Fliesenleger, Teppich- und Parkettleger sowie weitere Berufe mit häufig kniender Tätigkeit. Auch Berufe mit schwerem Heben, Tragen oder sich wiederholenden Bewegungen sind betroffen.
Sind Gelenkschmerzen durch Beruf eine anerkannte Berufskrankheit?
Für bestimmte Tätigkeiten mit hoher Kniebelastung, etwa im Boden- und Fliesenlegergewerbe, gibt es anerkannte Berufskrankheiten. Ob im Einzelfall eine Anerkennung möglich ist, klärt die zuständige Berufsgenossenschaft.
Wie oft sollte man bei belastender Arbeit Pausen einlegen?
Bereits kurze, aber regelmäßige Pausen haben einen hohen Erholungswert. Wichtig ist außerdem, hoch belastende Tätigkeiten möglichst zu unterbrechen, etwa durch Aufgabenwechsel oder Job-Rotation.
Quellen
Gelenke brauchen mehr: www.gelenke-brauchen-mehr.de
Hansaplast Ratgeber: www.hansaplast.de
Economag: www.economag.de
Weiterführende Informationen
Dieser Beitrag ist Teil unserer Themenwelt Gelenkgesundheit. Ähnliche Belastungsmuster wie im Beruf treten auch beim Sport auf, mehr dazu im Fachartikel Gelenke beim Sport schützen. Weitere Fachartikel zu Knorpelschaden, Arthrose sowie zur Regeneration nach Gelenkoperationen finden Sie in der Themenübersicht Gelenkgesundheit.















