WUNDMANAGEMENT KANN MEHR

WDM-Wundtag Wien 2026

WDM-Wundtag Wien 2026

9. September 2026

Wundmanagement für die Praxis

WDM®-Wundtag Wien 2026 bringt Wundmanagement für die Praxis auf den Punkt und richtet sich an Fachkräfte aus Pflege, Medizin und Therapie, die ihr Wissen in der Wundversorgung praxisnah erweitern möchten. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen wie KI und smarte Wundauflagen, der diabetische Fußulcus, Wundmanagement bei Dialysepatienten sowie Wundheilungsstörungen nach gefäßchirurgischen Eingriffen.

Teilnehmer profitieren von einem dichten Vortragsprogramm mit ausgewiesenen Experten der Wunddiagnostik und des Wundmanagements Österreich, ergänzt durch Beiträge zu Ernährung und Wunde, personzentrierter Psychotherapie in der Pflege sowie Abwehrmechanismen bei Wundpatienten. Auch spezielle Versorgungssituationen wie Bissverletzungen, parastomale Wunden und die Wundversorgung in der Hauskrankenpflege werden praxisnah behandelt.

Der Wundtag findet am 9. September 2026 am Campus der Universität Wien statt und bietet neben den Fachvorträgen eine Industrieausstellung mit direktem Austausch zu neuen Produkten und Lösungen. Die Fortbildung wird gemäß § 63 GuKG im Ausmaß von 7 Stunden angerechnet und schafft damit eine wertvolle Verbindung aus Wissenstransfer, Vernetzung und praktischer Anwendung im Wundmanagement.

Michaela Krammel, DGKP, WDM

Wunden im parastomalen Bereich – was kann man effektiv tun?

In ihrem Vortrag „Wunden im parastomalen Bereich – was kann man effektiv tun?“ zeigt DGKP (WDM®) Michaela Krammel, wie anspruchsvoll die Versorgung von Wunden rund um ein Stoma ist. Sie führt durch die verschiedenen Stomaarten und Versorgungssysteme und erklärt, welche chirurgischen Komplikationen wie Hernien, Prolaps oder Retraktionen sowie welche Hautprobleme rund um das Stoma auftreten können.

Ein zentrales Thema ist die Kombination von Produkten aus Wund- und Stomaversorgung: Anhand mehrerer Praxisfälle, von der operativen Sanierung mit Mesh und NPWT bis zur Wundheilungsstörung nach Ileumconduit, zeigt Krammel, wie Alginate, Hydrofasern, Hydrogele oder medizinische Honigprodukte gezielt mit Stomamaterialien kombiniert werden können.

Der Vortrag macht deutlich: Eine phasengerechte Wundversorgung im Stomabereich verbessert die Lebensqualität der Betroffenen entscheidend. Wissen über passende Produkte, Geduld und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wund- und Stomaexperten sind dafür die Voraussetzung.

Hon Prof. (FH) Dr. Petra Heidler, BEd MSc MBA PhD

Abwehrmechanismen bei Wundpatienten und Lösungen

In ihrem Vortrag „Abwehrmechanismen bei Wundpatienten und Lösungen“ zeigt Hon. Prof. (FH) Dr. Petra Heidler, BEd MSc MBA PhD, gemeinsam mit DGKP (WDM®) Michaela Krammel, warum ausgerechnet die Wunde bei vielen Betroffenen Verleugnung, Bagatellisierung oder Rückzug auslöst. Anhand von elf konkreten Mechanismen am Wundbett, von der Verdrängung bis zur Vermeidung, machen die Referentinnen deutlich, dass diese Reaktionen kein Charakterfehler sind, sondern das seelische Immunsystem gegen Angst, Scham und Kontrollverlust schützen.

Ein zentrales Thema ist die richtige Reaktion im Pflegealltag: Statt Abwehr abzusprechen oder auszureden, zeigt der Vortrag konkrete Sprachbausteine und Türöffner, mit denen Pflegende Betroffenen einen Weg zu tragfähigeren Verarbeitungsformen eröffnen können. Auch der Sonderfall der „social wound“, bei der eine offene Wunde unbewusst den einzigen menschlichen Kontakt sichert, wird eingeordnet.

Der Vortrag macht deutlich: Hinter jeder Abwehr steht ein Bedürfnis, das noch keine bessere Sprache gefunden hat. Für Pflegeteams liefert er zugleich Ansätze zur eigenen Entlastung, denn Nähe zu den Patienten macht Non-Adhärenz auch für die Pflege selbst spürbar.

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