Wunden und Cortison – 7 Erklärungen: warum die Heilung langsamer verläuft und wie Sie Ihre Haut schützen
KURZÜBERSICHT
Warum heilen Wunden unter Cortison schlechter?
Cortison bremst das Immunsystem, hemmt Entzündungen und verzögert die Bildung neuer Hautzellen.
Was bedeutet das für Betroffene?
Wunden brauchen länger, Infektionen treten häufiger auf und Wundränder werden empfindlicher.
Was hilft?
Sanfte Reinigung, feuchte Wundheilung, gute Ernährung, frühzeitige Kontrolle – und: je früher Fachpersonal einbezogen wird, desto besser.
Wunden und Cortison – 7 Erklärungen: warum die Heilung langsamer verläuft und wie Sie Ihre Haut schützen
Viele Menschen nehmen Cortison – als Tablette, als Inhalation, als Salbe oder als Spritze. Was viele nicht wissen: Cortison kann die Wundheilung verlangsamen und das Risiko für Infektionen erhöhen. Auf wunden-heilen.at erreichen uns täglich Fragen wie: „Warum heilt meine Wunde nicht?“ oder „Kann Cortison das verzögern?“. Dieser Blog erklärt verständlich, wie Wunden und Cortison wirkt, warum Wunden darunter empfindlicher reagieren und welche Maßnahmen den Heilungsprozess unterstützen.
Was ist Cortison überhaupt?
Cortison (korrekt: Glukokortikoide) ist ein körpereigenes Hormon, das in höherer Dosierung als Medikament eingesetzt wird. Es ist eines der stärksten verfügbaren entzündungshemmenden Wirkstoffe.
Arten der Anwendung:
- Tabletten
- Injektionen
- Cremes / Salben
- Inhalatoren
- Tropfen (Augen/Nase)
Typische Gründe für eine Cortisontherapie:
- Asthma
- Rheuma
- Allergien
- Autoimmunerkrankungen
- Hautkrankheiten (Neurodermitis, Ekzeme)
- Organtransplantationen
Cortison ist lebensrettend und medizinisch wertvoll – aber es hat klare Auswirkungen auf die Haut und das Bindegewebe.
Die Wundheilung besteht aus drei Phasen: Entzündungsphase, Proliferationsphase (Zellaufbau) und Reifungsphase. Cortison wirkt in jede Phase hinein.
Wunden und Cortison: bremst das Immunsystem
Dadurch:
- reagieren Abwehrzellen langsamer
- Infektionen bleiben länger unbemerkt
- Keime können sich leichter vermehren
Cortison reduziert die Kollagenbildung
Kollagen ist der wichtigste Baustoff der Haut. Bei Cortisontherapie:
- entstehen Wundränder schneller
- Haut reißt leichter auf
- Narben bleiben länger weich und instabil
Cortison macht die Haut dünner
Längere Anwendung führt zu:
- Pergamenthaut
- kleinen Einrissen
- blauen Flecken
- schlechterer Durchblutung
Cortison stoppt die natürliche Entzündung
Die Entzündung ist eigentlich notwendig – sie ist der Startschuss für die Heilung. Wenn sie fehlt, startet die Wundheilung verspätet.
Welche Wunden sind unter Cortison besonders gefährdet?
- Schürfwunden
- Schnitte und Risse
- postoperative Wunden
- Wunden an den Beinen (Durchblutung oft schlechter)
- Wunden bei Diabetes
- entzündete Insektenstiche
- nässende Ekzeme
Personen mit gleichzeitiger Diabetes, Gefäßerkrankungen oder höherem Alter haben ein besonders hohes Risiko für verzögerte Heilung.
Symptome, die auf eine verzögerte Wundheilung unter Cortison hinweisen
- Wunde schließt sich kaum
- Wundränder bleiben weich, rosa oder brüchig
- vermehrte Flüssigkeit (Exsudat)
- gelbliche Beläge
- starke Empfindlichkeit
- wiederkehrende kleine Blutungen
- schneller Geruch (durch Keimbesiedelung)
Was Sie selbst tun können, wenn Wunden unter Cortison schlechter heilen
Sanfte Reinigung
Keine aggressiven Produkte, kein Reiben.
Actimaris eignet sich besonders gut, weil:
- Keime reduziert werden
- gereizte Haut beruhigt wird
- ein optimaler pH-Wert entsteht
Feuchte Wundheilung anwenden
Ein trockener Schorf heilt schlecht – feuchte Wundheilung schützt Zellen und beschleunigt die Regeneration.
Geeignete Verbände:
- Schaumverbände
- Silikonverbände
- Hydrokolloide
- Alginat (bei stark nässenden Wunden)
Schutz vor Umweltreizen:
- Reibung vermeiden
- Sonne meiden (Cortison macht die Haut UV-empfindlich)
- keine Parfums, kein Alkohol auf der Wunde
Cortison steigert den Eiweißbedarf und beeinflusst das Mikrobiom.
proWun+d - Dose 700 g
Unterstützt die Produktion wichtiger Ballaststoff-Metaboliten, die Entzündungsausgleich und Wundregeneration fördern.
proByom - Dose 60 g
Verbessert die bakterielle Vielfalt – wichtig, weil Cortison das Darmmikrobiom schwächt und damit indirekt die Hautheilung beeinflusst.
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Flüssigkeit und Eiweiß
Die wichtigsten Baustoffe bei verzögerter Heilung:
- Wasser
- Eiweiß (Joghurt, Fisch, Hülsenfrüchte)
- Vitamin C, Zink, Vitamin A
Wann unbedingt professionelle Hilfe nötig ist:
- Wunde riecht
- starke Rötung
- Wärme, pulsierende Schmerzen
- Eiter
- Wunde vergrößert sich
- Fieber oder Schüttelfrost
- Wunde heilt länger als 2–3 Wochen nicht
Empfehlung:
Kontaktieren Sie frühzeitig professionelle Wundbehandlungseinrichtungen oder spezialisierte Wundzentren – diese finden Sie in ganz Österreich.
Cortison-Cremes – richtig verwenden
Cortison-Cremes helfen bei:
- Ekzemen
- Neurodermitis
- Kontaktallergien
Aber: Sie sind nicht zur Behandlung offener Wunden gedacht.
Regeln:
- niemals auf offene Wunden
- Dünn auftragen
- nur im entzündeten Bereich
- maximale Dauer beachten
- keine Sofort-Absetzung, besser Ausschleichen
Wie Wunden trotz Cortison sicher heilen können:
- kontrollierte feuchte Wundheilung
- geregeltes Reinigen
- entzündungskontrollierende Pflege
- Ernährung beachten
- Vermeidung von Reibung und UV-Strahlung
- Beobachtung der Zeichen einer Infektion
Cortison erschwert die Heilung – verhindert sie aber nicht.
Fazit
Cortison ist ein unverzichtbares Medikament, beeinflusst jedoch die Wundheilung deutlich. Das Risiko für Infektionen, verzögerte Heilung und empfindliche Wundränder steigt. Mit der richtigen Pflege, feuchter Wundheilung, schonender Reinigung und einer optimal unterstützenden Ernährung können Betroffene aber aktiv gegensteuern. Bei Unsicherheiten sollte frühzeitig ein spezialisiertes Wundzentrum kontaktiert werden.
Quellen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)
- European Wound Management Association (EWMA)
- Worldwide Wounds – Enoch & Price (2004)
- Winter, Nature 193:293 (Grundlagen feuchter Wundheilung)
- American Academy of Dermatology (AAD)
- Fachinformationen Corticosteroids & Skin Atrophy





